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Alte Klavierfabrik Bremen Ostertor
Tjark Worthmann

Die Alte Klavierfabrik im Ostertor-Viertel

Umbau des historischen Gebäudes in der Bohnenstraße

Das Haus der alten Klavierfabrik Otto Thein in der Bohnenstraße im Bremer Viertel stand lange verlassen. Überzogen mit Graffitti zeugte die Fassade nicht mehr vom Glanz vergangener Zeiten. Vor einiger Zeit regte sich jedoch etwas hinter den Fenstern des historischen Gebäudes. Umfangreiche Umbaumaßnahmen starteten und inzwischen sieht das Haus wieder einzigartig aus. So besonders, dass es nun beim Tag der Architektur am 28. Juni zusammen mit zwölf weiteren Objekten aus der Hansestadt im Fokus steht.

Bauwerk wird Teil der größten baukulturellen Veranstaltung in Bremen

Alte Klavierfabrik Bremen Ostertor
Die historische Alte Klavierfabrik in der Bohnenstraße soll zukünftig Kunst und Wohnraum vereinen. Tjark Worthmann

Im Februar stand fest: Der Umbau der Alten Klavierfabrik in Bremen wird Teil des Tages der Architektur 2026. Die Jury unter dem Vorsitz von Kammerpräsident Robert Marlow hatte vorher aber die Qual der Wahl. Am Ende von intensiven Beratungen konnte sich das Gremium auf 106 Objekte aus dem Norden einigen, davon zwei Objekte in Bremerhaven und 13 Objekte in Bremen. Besonders freute die Jury der hohe Anteil an Bestandsprojekten und die zunehmend intensivere Rolle von nachhaltigem Planen und Bauen. Der Tag der Architektur ist die größte baukulturelle Veranstaltung in Niedersachsen und Bremen und findet immer am letzten Sonntag im Juni statt.

Ob große oder kleine Bauvorhaben, ob öffentliche oder private Aufträge, ob Anbau, Umnutzung, Aufstockung, Sanierung und Neubauten, Freiraum- oder Stadtgestaltungen – der Tag der Architektur am 28. Juni zeigt jedes Jahr aufs Neue aktuelle Projekte der Baukultur und lädt alle Interessierten ein, darüber mit den Planenden ins Gespräch zu kommen. Mindestens drei Führungen bieten die jeweiligen Architektinnen und Architekten an, aber die Objekte sind an diesem Tag zu besichtigen – kostenlos und ohne Voranmeldung. Auch die historische Alte Klavierfabrik im Ostertor wird an diesem Tag ihre Türen öffnen.

Ein historisches Gebäude mit spannender Vergangenheit

Alte Klavierfabrik Bremen Ostertor
Die Umbaumaßnahmen in der Bohnenstraße dauern derzeit noch an. Tjark Worthmann

Ursprünglich als „Pianofortefabrik Otto Thein“ im Jahr 1895 in der Bohnenstraße 4A im Bremer Ostertor errichtet, war das Gebäude laut Landesamt für Denkmalpflege hauptsächlich großer Verkaufsraum und Kontorraum für das Unternehmen. Doch angesichts des ehemaligen großen Lastenaufzuges im Innenhof wurden hier auch Klaviere angefertigt. Nur so war es nämlich möglich, die schweren und sperrigen Klaviere der Firma in das erste und zweite Obergeschoss zu transportieren. Die eiserne Rahmenkonstruktion des Lastenaufzugs und die Tore zu den einzelnen Geschossen – darunter eine eiserne Tür, die durch eine Winde angehoben werden kann – haben sich bis heute erhalten.

Die Fabrik Otto Thein baute in dem Gebäude individuell entworfene Klaviere für die Mittelklasse, die „Pianoforte“ genannt werden durften, weil die Lautstärke der Tastenanschläge jederzeit stufenlos zwischen leise (piano) und laut (forte) durch die Anschlagstärke verändert werden konnte. Ein Klavier der Firma soll angeblich sogar mit dem 1912 gesunkenen Ozeandampfer Titanic versunken sein.

Mit der Alten Klavierfabrik inmitten des alten Ostertorviertels zeigt sich, dass die  Wohnviertel der Bremer Vorstadt früher mit Gewerbebauten unterschiedlicher Art durchmischt waren. „Nur noch selten finden sich heute im Bremer Stadtgebiet Industriebauten dieser Größe und repräsentativen Wirkung“, heben die Denkmalschützer hervor.

Alte Klavierfabrik öffnet Türen am Tag der Architektur im Juni

Alte Klavierfabrik Bremen Ostertor
Klassische Gestaltungsmerkmale der Alten Klavierfabrik. Tjark Worthmann

Die ersten Gedanken an einen Umbau des heruntergekommenen ehemaligen Fabrikgebäudes kamen Bauherr Frederich Niederberghaus bereits vor einigen Jahren. Inzwischen sind viele Steine ersetzt, der Innenhof gepflastert, neue Fenster eingesetzt, Akustikdecken eingezogen und viele weitere Baumaßnahmen erledigt worden. Eine gusseiserne Wendeltreppe verbindet beispielsweise das Erdgeschoss mit dem ersten Obergeschoss und ein Fahrstuhl die Etagen. Galerie, Werkstatt und Wohnungen soll die Alte Klavierfabrik zukünftig laut Niederberghaus beherbergen. Interessierte können sich über diese spannende Mischung spätestens beim Tag der Architektur Ende Juni direkt vor Ort überzeugen.

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Autorenbild Tjark Worthmann

Von Tjark Worthmann

Immer wieder darf ich tolle und spannende Menschen aus unser schönen Stadt kennenlernen! Lebenswert, lebensfroh und lebensnah: Bremen, ich liebe Dich :-)

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