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Eine blonde Frau, die eine Münze in ein Sparschwein schmeißt und daneben steht ein geöffneter Laptop, Symbolbild für Frauen und Finanzen
Magnific/The Yuri Arcurs Collection

Frauen und Finanzen: Warum finanzielle Selbstbestimmung so wichtig ist

Über finanzielle Unabhängigkeit, den Mut zum Investieren und die Kraft kleiner Schritte

Finanzielle Unabhängigkeit ist ein wichtiger Bestandteil eines selbstbestimmten Lebens. Doch auch im Jahr 2026 ist sie für viele Frauen noch keine Selbstverständlichkeit. Unterschiedliche Erwerbsbiografien, familiäre Verpflichtungen und traditionelle Rollenbilder wirken sich häufig auf Einkommen, Vermögensaufbau und Altersvorsorge aus. Warum es sich lohnt, die eigenen Finanzen frühzeitig in die Hand zu nehmen, und weshalb dafür weder ein großes Vermögen noch umfangreiches Finanzwissen nötig sind, erklärt Friederike Borttscheller-Friedrichsen, verantwortlich für Produkte & Prozesse im Vermögensaufbau bei der Sparkasse Bremen.

Friederike Borttscheller-Friedrichsen ist Managerin der Kundenreise Geldvermögensaufbau bei der Sparkasse Bremen
Friederike Borttscheller-Friedrichsen weiß, warum eine gezielte Ansprache von Frauen in der Finanzwelt so wichtig ist. Sparkasse Bremen

Finanzielle Unabhängigkeit beginnt mit gleichen Chancen

„Frauen können heute selbstverständlich Karriere machen, eigenes Geld verdienen und finanzielle Entscheidungen treffen. Dennoch sind die Voraussetzungen für einen langfristigen Vermögensaufbau nicht immer gleich“, erklärt Friederike Borttscheller-Friedrichsen. „Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit, übernehmen einen größeren Anteil der Familienarbeit oder unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit, um sich um Kinder oder Angehörige zu kümmern.“

Das alles habe Folgen, die oft erst viele Jahre später spürbar werden. Dabei sei keineswegs das Thema, dass Frauen grundsätzlich weniger gut mit Geld umgehen könnten. Vielmehr gehe es darum, dass viele Frauen zwar verantwortungsbewusst wirtschaften, beim langfristigen Investieren jedoch zurückhaltender sind.

Für die Expertin steht deshalb fest: Finanzielle Bildung und ein leichter Zugang zu Informationen sind entscheidend. „Unser Anspruch muss sein, Frauen in die Lage zu versetzen, finanzielle Entscheidungen genauso selbstbestimmt zu treffen wie andere wichtige Lebensentscheidungen. Dafür braucht es keine besonderen Begabungen, sondern verständliche Informationen, eine passende Beratung – und manchmal einfach ein bisschen Mut.“

Warum sich auch kleine Beträge lohnen

Ein verbreitetes Vorurteil hält sich besonders hartnäckig: Geldanlage lohnt sich nur für Menschen, die bereits viel Geld besitzen. Wer monatlich lediglich einen kleinen Betrag zurücklegen kann, verschiebt das Thema Investieren deshalb häufig auf später. Aus Sicht von Borttscheller-Friedrichsen ist genau das ein Denkfehler.

„Viele denken: Ich habe doch nur 50 Euro im Monat übrig, was soll ich damit anfangen? Dabei ist es gerade bei kleinen Beträgen wichtig, frühzeitig zu beginnen. Denn über viele Jahre kann auch daraus ein beachtliches Vermögen entstehen.“ Ein entscheidender Faktor ist dabei die Zeit. Wer regelmäßig investiert, kann langfristig vom Zinseszinseffekt profitieren. Erträge können wiederum neue Erträge erwirtschaften und so das Vermögenswachstum unterstützen.

Neben der Vorstellung, dass Geldanlage erst mit einem hohen Einkommen sinnvoll sei, begegnet der Finanzexpertin noch ein weiteres Klischee: „Mein Mann ist der Finanzminister.“ Dahinter stecke häufig weniger mangelndes Interesse als vielmehr eine traditionelle Aufgabenverteilung oder die fehlende persönliche Ansprache durch Finanzdienstleister. „Wir brauchen keine speziellen Finanzprodukte für Frauen, sondern eine Ansprache, die ihre unterschiedlichen Lebenssituationen berücksichtigt“, betont Borttscheller-Friedrichsen. Finanzwissen dürfe schließlich keine Frage des Geschlechts sein.

Erst den Überblick gewinnen, dann Ziele setzen

Der Einstieg in die eigene Finanzplanung muss nicht kompliziert sein. „Schon eine einfache Bestandsaufnahme kann ungemein helfen: Welche Einnahmen stehen mir monatlich zur Verfügung? Welche Ausgaben fallen regelmäßig an? Und wie viel Geld bleibt tatsächlich übrig? Im nächsten Schritt lohnt sich der Blick in die Zukunft. Vielleicht steht in einigen Jahren eine größere Reise oder der Kauf einer eigenen Wohnung an“, sagt die Expertin.

Wichtig sei außerdem, die nötige Unterscheidung von Sparen und Investieren zu verstehen. „Während kurzfristige Rücklagen beispielsweise für eine unerwartet kaputte Waschmaschine benötigt werden, verfolgt die langfristige Geldanlage andere Ziele“, weiß Friederike Borttscheller-Friedrichsen.

Zwei junge frauen, die nebeneinandersitzen und auf eine Aufstellung schauen, Symbolbild für Frauen und Finanzen
Die Sparkasse Bremen setzt regelmäßig Veranstaltungen zum Thema „Frauen und Finanzen“ um, die immer schnell ausgebucht sind. Magnific/javi_indy

Mit gezielten Veranstaltungen Frauen unterstützen

Um Frauen gezielt bei ihrer finanziellen Selbstbestimmung zu unterstützen, hat die Sparkasse Bremen die Veranstaltungsreihe „Sicher, stark, selbstbestimmt“ ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt steht ein ganzheitlicher Blick auf Sicherheit, der drei Bereiche miteinander verbindet: körperliche, psychische und finanzielle Sicherheit. Gemeinsam mit externen Fachleuten möchte die Sparkasse Bremen diese Themen stärker ins Bewusstsein rücken und den Austausch fördern.

Denn finanzielle Sicherheit bedeutet weit mehr als einen bestimmten Kontostand. Sie schafft Handlungsspielräume, stärkt das Selbstvertrauen und kann dazu beitragen, wichtige Lebensentscheidungen unabhängig zu treffen. Zudem gibt es immer wieder gezielte Veranstaltungen in den Stadtteilfilialen, die sich primär mit dem Thema Frauen und Finanzen beschäftigen.

Darüber hinaus arbeitet die Sparkasse Bremen daran, die Beratung für Frauen in ihren Stadtteilfilialen weiterzuentwickeln. Perspektivisch sollen in jeder Stadtteilfiliale Ansprechpersonen zur Verfügung stehen, die gezielt auf die finanziellen Fragen und Bedürfnisse von Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen eingehen können. „Entscheidend ist nicht, neue Produkte zu entwickeln. Viel wichtiger ist, wie wir auf Frauen zugehen, welche Fragen wir stellen und wie wir sie in ihrer jeweiligen Lebenssituation unterstützen“, erläutert Borttscheller-Friedrichsen.

Finanzielle Selbstbestimmung ist kein Luxus

„Finanzielle Selbstbestimmung darf kein Luxusgut sein und auch keine Frage des Einkommens. Jede Frau sollte die Möglichkeit haben, sich finanziell unabhängig und selbstbewusst aufzustellen“, bringt es die Expertin auf den Punkt.

Niemand muss von Anfang an sämtliche Fachbegriffe kennen oder jede Entwicklung an den Finanzmärkten verstehen. Viel wichtiger ist es, Fragen zu stellen, sich zu informieren und den ersten Schritt zu wagen. Denn finanzielle Selbstbestimmung beginnt nicht erst mit einem großen Vermögen, sondern mit dem Bewusstsein, die eigene Zukunft aktiv gestalten zu können. Und manchmal beginnt dieser Weg eben schon mit 50 Euro im Monat.

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Von Sarah Meyer

Als waschechtes Küstenkind liebe ich alles, was der Norden zu bieten hat. Vor einigen Jahren zog es mich von der Wurster Nordseeküste in die Hansestadt – und jetzt schlägt mein Herz für die Weser.

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