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Ausstellung Spurensuche Dinosaurierskellet, Kolonialwarenladen und Südeseehaus
Übersee-Museum/Volker Beinhorn

Übersee-Museum: Auf den Spuren Hunderter Ausstellungsstücke

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Die neue Dauerausstellung „Spurensuche“ beschäftigt sich mit der Geschichte des Museums

Außenansicht des Übersee-Museums im winter
Das Übersee-Museum wurde 1896 eröffnet. Aktuell sind dort sieben ständige Ausstellungen zu erleben. Die neueste begibt sich auf „Spurensuche“. Übersee-Museum/Matthias Haase

Das Bremer Übersee-Museum ist mit seinen rund 1,2 Millionen Objekten eine wahre Schatzkammer. Das Haus kann inzwischen auf eine mehr als 100 Jahre währende wechselvolle Geschichte zurückblicken. Mit seiner Eröffnung 1896 als Städtisches Museum für Natur-, Völker- und Handelskunde setzte es dabei Maßstäbe. In der neuen Dauerausstellung „Spurensuche“ taucht das Museum aktuell tief in die eigene Historie ein, die bis heute auch eng mit der Sparkasse Bremen verknüpft ist.

Kundinnen und Kunden der Sparkasse Bremen haben am Sonnabend, 25. Januar, die Gelegenheit, das Museum kostenlos zu besuchen. Als Eintrittskarte fungiert die Sparkassen-Card.

Exponate aus aller Welt

Gründer Hugo Schauinsland holte 1896 mit dem Ausstellungshaus die ganze Welt in die Hansestadt. Erstmals wurden Tiere und Menschen von fernen Kontinenten möglichst naturnah in ihrer heimischen Umgebung gezeigt. Einen großen Anteil an der Realisierung des Museums und der ständigen Erweiterung der Exponate hatte dabei die Sparkasse Bremen. Neben Privatpersonen und Firmen trug sie damals einen Großteil zur Finanzierung bei.

„Die ganze Welt unter einem Dach“ – das war der Ansatz von Hugo Schauinsland. Es sollte quasi eine Gesamtheit entstehen. Dieses Konzept wurde sogar überregional bekannt und „Bremer Modell“ genannt. Doch wie wurde dieses über die mehr als 100 Jahre mit Leben gefüllt, sprich mit immer mehr Exponaten? Wo kamen sie her? Wer brachte sie nach Bremen? Wurden sie gekauft, geschenkt, getauscht oder gar gestohlen?

Kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte

Hugo Schainsland, gründer des Übersee-Museums, auf einer Expeditionsreise
Hugo Schauinsland (rechts) sammelte selbst Tausende Exponate in aller Welt. Übersee-Museum

Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Schau „Spurensuche – Geschichte eines Museums“. Es ist eine kritische Auseinandersetzung, zum Beispiel mit der Rolle des Hauses zur Kolonialzeit und in den Jahren des Nationalsozialismus. So werden in der Schau die neuesten Erkenntnisse zur Herkunft der Exponate dargelegt. Dies ist mal ganz unstrittig, wie bei dem lebensgroßen Dinosaurierskelett. Es kam 1911 aus einem Brüsseler Museum nach Bremen. Bei diversen anderen Objekten wurden dagegen Regeln missachtet. Museumsdirektor Schauinsland war selbst mehrmals in aller Welt unterwegs und trug Tausende Stücke zusammen. Belegt ist zum Beispiel, dass er auf einer Insel im Südpazifik ohne Zustimmung Gebeine von einem Friedhof des Volks der Moriori mitnahm. 2017 wurden diese an die Nachfahrinnen und Nachfahren zurückgegeben.

Insgesamt wird in der Ausstellung der Weg von 600 Exponaten nachgezeichnet. Thema sind aber auch die veränderten Präsentationsgewohnheiten im Museum. Dazu werden  lang nicht mehr ausgestellte Stücke wie das Dinosaurierskelett, der Kolonialwarenladen sowie das Südseehaus gezeigt.

Daneben können in dem Ausstellungshaus auf dem Bahnhofsvorplatz natürlich ebenfalls die anderen ständigen Dauerausstellungen bestaunt werden. In diesen geht es in spannende Welten nach „Amerika“, „Afrika“, „Asien“ und „Ozeanien“. Besucherinnen und Besucher erfahren zudem, „Was die Welt bewegt“, und bekommen Einblicke in das Schaumagazin.

Meilensteine des Übersee-Museums

Skelett eines dinosauriers im Übersee-Museum Bremen
Das Skelett des Dinosauriers ist seit 1911 im Besitz des Übersee-Museums und aktuell Teil der Ausstellung „Spurensuche“. Foto: Übersee-Museum/Volker Beinhorn
  • 1896:  Eröffnung des Städtischen Museum für Natur-, Völker- und Handelskunde.
  • 1911: Abschluss des Erweiterungsbaus, der dem Museum seine heutige Form verleiht. Dieser zweite Lichthof wird teils mit privaten Spenden von rund 410.000 Mark realisiert. Zwei Drittel davon kommen von der Sparkasse Bremen.
  • 1935: In der Zeit des Nationalsozialismus wird das Haus in Deutsches Kolonial- und Übersee-Museum umbenannt.
  • 1943: Der erste Lichthof wird von einer Bombe zerstört. Das Museum wird als Totalschaden eingestuft.
  • 1945: Das Ausstellungshaus heißt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder Übersee-Museum.
  • 1949: Teile des Museums werden wiedereröffnet.
  • 1979 Das Übersee-Museum wird komplett wiedereröffnet.
  • 1999: Eröffnung des Schaumagazins, in dem ein Großteil der Magazinbestände der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Es ist das erste seiner Art in Europa und das zweite weltweit.
  • 2001: Start der grundlegenden Überarbeitung der ständigen Ausstellungen des Hauses.
  • 2016: Abschluss der Neugestaltung mit der neuen „Amerika“-Ausstellung.

Am Kundentag der Sparkasse Bremen im Übersee-Museum – 25. Januar 2020, 10 bis 18 Uhr – können Inhaberinnen und Inhaber der Sparkassen-Card kostenlos das Übersee-Museum besuchen.

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Autorenbild Steffi Urban

Von Steffi Urban

Vom Harz in die Hansestadt: Inzwischen lebe ich seit mehr als zehn Jahren in Bremen und entdecke mit Kamera und Klapprad immer noch tolle neue Ecken.

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