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Norddeutschen Zentrums für Nachhaltiges Bauen

Nachhaltig bauen und die Gesellschaft verändern

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„Ein anderes Qualitätsverständnis“

Das Thema Nachhaltigkeit ist heutzutage vielen Menschen und Unternehmen wichtig. Bauverantwortliche stellen sich die Frage, ob ein Projekt nachhaltig umsetzbar ist – und woran dabei alles gedacht werden muss.


Es geht um nicht weniger als eine langfristige und zukunftsfähige Entwicklung in den Bereichen Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft. Wer nachhaltig saniert oder baut, handelt ressourcen- und klimaschonend, energieeffizient und umweltverträglich. Durch Komfort und Barrierefreiheit profitieren nicht nur die späteren Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses, sondern auch viele Menschen drumherum.

Die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) bietet mit ihrer Arbeit und den Informationen auf der Internetseite einen ersten Einstieg ins Thema. „Idealerweise hat man ja einen Architekten beziehungsweise eine Architektin als erste Ansprechpartner“, sagt Christine Lemaitre vom DGNB. „Was brauche ich für ein Gebäude? Brauche ich das wirklich alles in dieser Größe? Kann ich das nachher umnutzen und vielleicht auch Wände versetzen, um auf andere Lebensabschnitte besser reagieren zu können?“, zeigt die Verantwortliche erste Ansätze bei der Planung auf.

„Unabhängiger von der Strompreisentwicklung“

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Monteure bringen Solarpanele auf einem Haus an. DJD

In Bremen und Bremerhaven gilt beispielsweise sein Anfang Juni bei Neubauten eine Pflicht, Photovoltaikanlagen einzuplanen und damit den Anteil an selbst produzierter Energie zu erhöhen. Bestandsbauten müssen bei einer Sanierung ebenfalls aufgerüstet werden, wenn sich die technischen Möglichkeiten dazu bieten. „Wer viel von der selbst gewonnenen Solarenergie für die Strom- und Wärmeerzeugung nutzt, hat die Kosten schnell wieder raus und wird unabhängiger von der Strompreisentwicklung“, sagt Philipp Bruck, Sprecher für Energiepolitik und Klimapolitik von Bündnis 90/Die Grünen. Die Vorschrift soll auch für öffentliche Gebäude wie Schulen oder Kitas gelten.

Viele interessierte Verbraucherinnen und Verbraucher lassen sich beim ersten Gedanken an ein nachhaltiges Bauen eventuell von den potenziell höheren Investitionskosten abschrecken. Doch seitens des Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gibt es zahlreiche Programme, die eine nachhaltige Bauweise oder Modernisierung finanziell attraktiv machen. „Nachhaltiges Bauen heißt vor allem: zukunftsfähig und sinnvoll planen und bauen“, sagt Lemaitre.

Energieberater hinzuziehen

Bei einem Bau oder einer Modernisierung sollte vor allem eine kompetente Beratung durch eine unabhängige Energieberaterin oder einen Energieberater erfolgen. Diese unterstützen mit der notwendigen Expertise, kennen sich bestens mit der modernen Technik aus und können Empfehlungen bei nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen geben.

„Die Realität ist, dass viele Energieberaterinnen und Energieberater oft keine Kapazitäten für eine umfassende Beratung und Unterstützung haben“, sagt Jacob Gruender vom Norddeutschen Zentrum für nachhaltiges Bauen in Verden. „Die Antragsbegleitung ist oft ein mühseliger Prozess, bei dem sie nicht viel verdienen, was dazu führt, dass Bauinteressierte oftmals mit ihren Vorhaben allein gelassen werden“, berichtet der Geschäftsführer. Er zeigt auf, dass sich Verbraucherinnen und Verbraucher in Weiterbildungskursen zum Thema das nötige Know-how auch selbst aneignen können. Hier bietet die Bildungswerkstatt für Nachhaltige Entwicklung e.V. Kurse an.

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Im Norddeutschen Zentrum für nachhaltiges Bauen kann man viele Baustoffe erfühlen. Norddeutschen Zentrums für Nachhaltiges Bauen

Wir müssen beim Bauen ganz dringend auf ein anderes Qualitätsverständnis kommen. Unser Bauen können wir so gestalten, dass wir uns wohl und gesund fühlen“, sagt die Verantwortliche des DGNB. Bei der Auswahl von Unternehmen und Produkten helfen Verbraucherinnen und Verbrauchern natürlich Zertifizierungen. Mit dem DBNG Navigator lassen sich viele nachhaltige Produkte für den eigenen Bau finden.

Regional in Bremen können sich Verbraucherinnen und Verbraucher an die Initiative Bremer modernisieren wenden oder sich beim Energiekonsens informieren. Und in Verden ist das Norddeutsche Zentrum für Nachhaltiges Bauen beheimatet, in dem sich Besucherinnen und Besucher in einer Ausstellung nachhaltige Baustoffe direkt anschauen und anfassen können. Das Netzwerk nachhaltiges Bauen e.V. vereinigt dabei viele Akteurinnen und Akteure aus dem Bereich nachhaltiges Bauen. Bau- und Sanierungsinteressierte finden dort Unterstützung bei der fachgerechten Umsetzung von Einfamilienhäusern und Objektbauten.

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Autorenbild Tjark Worthmann

Von Tjark Worthmann

Ich fahre am liebsten mit der Vespa oder der Schwalbe durch unsere schöne Hansestadt und entdecke dabei immer wieder geheime Wege und versteckte Orte.

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