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„Bausparen ist modern wie eh und je“

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Interview mit Finanzexperte Dennis Rother

Viele Hauseigentümerinnen und Haueigentümer kennen das Dilemma: Der Ablauf der Zinsbindung rückt näher. Was also tun, um sich auch für die nächsten Jahre einen möglichst guten Zinssatz zu sichern? Wie wäre es mit einem Bausparvertrag? Der Abschluss könnte sich lohnen, wie Sparkassen-Finanzexperte Dennis Rother im Gespräch erläutert.

Zunächst einmal: Wie bewerten Sie das aktuelle Geschehen auf dem Zinsmarkt?

Dennis Rother: Wir befinden uns auf einem historisch niedrigen Niveau. Für Kapitalanlegerinnen und Kapitalanleger ist diese lange Niedrigzinsphase ein Grauen. Wer Wohneigentum finanziert, profitiert hingegen von der aktuellen Zinslage. Kurzfristig sehen wir hier auch keine großen Bewegungen – die Zukunft vorauszusagen, fällt uns aber ebenso schwer. Darum sind Vorsorge und Sicherung des Zinsniveaus ein wichtiges Thema für Jung und Alt, Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer – und die, die es einmal werden wollen.

Zinsen
Beispiel bei einer Darlehenssumme von 100.000 Euro und gleichbleibender Tilgung. Foto: Sparkasse Bremen

Worauf gilt es, im Hinblick auf die Zinsentwicklung besonders Acht zu geben?

Ein Hauskauf ist für viele Kundinnen und Kunden die größte Investition in ihrem Leben. Es gibt schon genügend Unwägbarkeiten. Wir raten daher, die Baufinanzierung möglichst langfristig planbar zu machen. In den letzten 30 Jahren lag der durchschnittliche Hypothekenzins bei über 5 Prozent, sodass grundsätzlich immer das Risiko von steigenden Zinsen besteht. Schon ein geringer Anstieg der Darlehenszinsen führt zu einer deutlich spürbaren höheren Belastung. Hier kann ein Bausparvertrag eine

Zinsen Bausparen
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sinnvolle Ergänzung zur Zinssicherung sein, bis das Haus komplett bezahlt ist. Bausparen bietet somit eine hohe Berechenbarkeit und Verlässlichkeit. Ein weiterer wichtiger Aspekt für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer ist die Modernisierungsvorsorge, beispielsweise für notwendige Instandhaltungsmaßnahmen, barrierefreies Wohnen oder Energiesparmaßnahmen. Hier empfehlen wir eine Rücklage von 10 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Welche Tipps haben Sie für Verbraucherinnen und Verbraucher, die vor dem Ablauf der Zinsbindung stehen?

Zunächst sollte sich jede Eigentümerin und jeder Eigentümer ausführlich beraten lassen. Eine Einbindung bestehender Bausparverträge in die neue Finanzierung und eine Absicherung des Restdarlehens kann schon sehr frühzeitig erfolgen. Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer sollten sich bereits drei Jahre vor Ablauf der Zinsbindung über die Folgekonditionen mit ihrer Bank unterhalten. Unser Tipp: Kommen Sie am besten gleich zur Sparkasse Bremen, denn wir vergleichen für Sie die Konditionen von über 180 Bankpartner und finden die für Sie beste Lösung.

„Bausparen ist jetzt so attraktiv wie noch nie!“

Lange Zeit war der Bausparvertrag der erste Schritt auf dem Weg zum Traumhaus. Ist er tatsächlich eine sinnvolle Möglichkeit, einen akzeptablen Zinssatz für die nächsten 20 Jahre zu sichern?

Nur Bausparen bietet die Kombination aus langfristiger Planungssicherheit und staatlicher Förderung. Und gerade jetzt, wo das Zinsniveau niedrig ist, sichern sich die Kundinnen und Kunden diese Zinsen für die Zukunft. Man kann sagen: Bausparen ist jetzt so attraktiv wie noch nie!

Welche Fehler sollte man beim Bausparen unbedingt vermeiden?

Die Bausparsumme ist der Dreh- und Angelpunkt eines Vertrages. Entscheidend ist, dass die Bausparsumme zum Bedarf passt und nicht zu hoch oder zu niedrig ist. Bei einer Finanzierung sollte die Restschuld des Darlehens durch die Bausparsumme abgedeckt sein. Oftmals erleben wir, dass die Bausparsumme zu niedrig ist und so kaum sinnvoll eingesetzt werden kann. Mit 10.000 Euro lassen sich eben kein Dach erneuern und auch keine energetischen Maßnahmen umsetzen. Daher ist die Beratung sehr wichtig, und sie muss die finanziellen Möglichkeiten jedes Einzelnen berücksichtigen.

Viele Menschen stehen dem Bausparen eher negativ gegenüber. Ist das auch Ihre Erfahrung?

In vielen Bereichen des Lebens passiert viel Neues und Innovatives – aber einen Bausparvertrag hatte schon mein Opa. Und er wusste schon zu seiner Zeit, warum es sich lohnt: Gute Sachen kommen nie aus der Mode. Auf manche mag das Bausparen daher altmodisch wirken. Es ist aber modern wie eh und je. In der Vergangenheit haben viele Kundinnen und Kunden Bausparverträge wegen der attraktiven Guthabenzinsen abgeschlossen. Die gibt es nicht mehr. Heute lohnt sich Bausparen insbesondere dann, wenn der Bau beziehungsweise der

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Erwerb einer Immobilie in Planung oder bereits eine Immobilie in Besitz ist – quasi als Krankenversicherung für das Haus.

Kann es sich auch jetzt in der Niedrigzinsphase lohnen, eine kürzere Zinsbindung in Betracht zu ziehen?

Das hängt natürlich vom Einzelfall ab. Bei kürzeren Zinsbindungen sind die Konditionen in der Regel günstiger. Das lohnt sich aber nur, wenn man größere Sondertilgungen plant oder zum Zinsablauf komplett tilgen möchte.

Gibt es staatliche Förderungen für den Bausparvertrag?

Mit Bausparen kann man sowohl die Riester-Vorteile als auch Wohnungsbauprämie und vermögenswirksame Leistungen mit der Arbeitnehmersparzulage nutzen. Selbst das Baukindergeld kann bei einer Finanzierung über einen Bausparvertrag sinnvoll eingesetzt werden. Auch hier ist eine individuelle Beratung für den Einzelfall ratsam.

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Einen Überblick über Immobilienkosten geben wir mit unseren Rechnern rund um Ihre Immobilie. Der Budgetrechner zeigt, was Sie sich leisten können, der Konditionsrechner kalkuliert Zahlen zum Darlehen, der Nebenkostenrechner ermittelt Kosten für Notar sowie Grundbuchamt und der Miet-/Kaufrechner vergleicht diese beiden Wohnformen.

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Auch Fabian Nolte stellt sich in unserer Videoserie die Frage nach Miete oder Eigenheim:

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Autorenbild Guido Finke

Von Guido Finke

Meine Heimat ist das idyllische Hude – „zum Malen schön“ lautet hier das Motto. Ansonsten dreht sich bei mir als Fan der EWE Baskets Oldenburg und des SV Werder vieles um den Sport.

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