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Bremer Tafel Obervieland – BGO
Kristina Bumb

„Never Again – Rock gegen Rechts“ im Bürgerhaus Obervieland

Musik als Haltung – Das Festival zeigt klare Kante gegen Rechtsextremismus

Im Bürgerhaus Gemeinschaftszentrum Obervieland wird am 21. Februar 2026 wieder gerockt. Doch beim Festival „Never Again – Rock gegen Rechts“ geht es um mehr als gute Musik. Seit über vier Jahrzehnten verbindet das Konzert kulturelles Engagement mit einer klaren politischen Botschaft: Kein Platz für Rechtsextremismus – damals nicht, heute nicht, nie wieder.

„Die Veranstaltung Rock gegen Rechts gibt es im Bürgerhaus Obervieland schon seit den 80er-Jahren“, sagt Stefan Markus, Leiter und Geschäftsführer des Bürgerhaus Gemeinschaftszentrum Obervieland e. V. Damit gehört das Festival zu den traditionsreichsten seiner Art in Bremen. „Das war immer eine große Sache – eine Riesenparty mit Bands von hier und von außerhalb“, erinnert er sich.

Stefan Markus, der Geschäftsführer des Bürgerhaus Obervieland auf der Bühne zur Eröffnung eines Musikfestivals
Stefan Markus eröffnet die Veranstaltung „Never Again – Rock gegen Rechts“ mit ein paar Worten. Bürgerhaus Obervieland e.V.

Doch das Konzert ist mehr als nur ein musikalisches Event. Es steht für eine klare politische Botschaft. „Wir machen laut und deutlich, dass rechtes Gedankengut bei uns nichts zu sagen hat“, betont Markus. Ein Messingschild am Haus macht diese Haltung unmissverständlich sichtbar: Alle Menschen sind willkommen – Extremismus hat hier keinen Platz.

Teil des Bremer Gedenkprogramms

Seit einigen Jahren ist das Konzert Teil des stadtweiten Rahmenprogramms rund um den 27. Januar – dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Organisiert wird es von der Landeszentrale für politische Bildung und dem Verein Erinnern für die Zukunft.

„Für uns ist das Konzert der Auftakt. Deshalb haben wir ihm den Titel ,Never Again – Rock gegen Rechts‘ gegeben“, so Markus. Die Verbindung zur Geschichtswerkstatt, die im Bürgerhaus angesiedelt ist, liegt dabei nahe. „Gerade wenn man sich anschaut, was aktuell in der Welt passiert, wird es immer wichtiger, sich klar zu positionieren“, sagt er.

Line-up 2026: Zwischen Spaßrock und Postrock

Auch in diesem Jahr bringen wieder drei Bands ihre Musik und ihre Haltung auf die Bühne. Mit dabei sind:

  • Die Schläger aus Wildeshausen (Spaßrock/Hardrock)
  • Suud aus Bremen (Postrock/Instrumental)
  • Halftime aus Bremen (Bluesrock/Progressive)

Die Bands bewerben sich im Vorfeld. „Eine Kollegin wählt aus – wir achten darauf, dass die Bands nicht nur musikalisch passen, sondern sich auch mit der Haltung des Festivals identifizieren können“, erklärt Markus.

Engagement, das über die Bühne hinausgeht

Das Festival wird über das Programm Wohnen in Nachbarschaften gefördert. „Wir zahlen den Bands eine kleine Gage – nichts Riesiges, aber immerhin so, dass sich die Anreise lohnt“, sagt Markus. Die finanzielle Unterstützung unterstreicht auch den Wert, den das Bürgerhaus dem kulturellen Engagement beimisst.

Wichtig ist dem Team dabei, dass die Veranstaltung inhaltlich nicht verwässert wird. „Es kommt immer mal wieder die Frage: Warum nicht auch Rock gegen Links?“, sagt Markus. Für ihn ist die Antwort klar: „Wir sind gegen jede Form von Extremismus – das steht auch auf unserer Tafel draußen. Aber dieses Konzert hat eine ganz bestimmte Tradition. Und wir wollen die klare Haltung gegen Rechtsextremismus nicht relativieren.“

Blick in den mit Menschen gefüllten Konzertraum zum "Rock gegen Rechts" im Bürgerhaus Obervieland
Die Veranstaltung ist zwar immer gut besucht, aber das Bürgerhaus Obervieland freut sich über noch mehr Gäste. Bürgerhaus Obervieland e.V.

Politisch, laut und notwendig

Besondere Konzertabende bleiben Markus in Erinnerung – vor allem, wenn aktuelle politische Ereignisse in die Veranstaltung hineinwirken. „Als der Angriff auf die Ukraine begann, war das kurz nach dem Konzert. Und im letzten Jahr war es der Überfall der Hamas. Solche Ereignisse machen etwas mit einem. Da merkt man, wie wichtig es ist, Position zu beziehen.“

Auch im Alltag gehe es darum, Haltung zu zeigen. „Es sind die kleinen Situationen – wenn man beim Imbiss sitzt und rechtsradikale Sprüche mitbekommt. Viele hören weg. Zivilcourage ist heute nicht mehr selbstverständlich. Dabei ist sie wichtiger denn je“, sagt Markus.

Eine Bühne für Haltung – nicht für Gleichgültigkeit

Dass Veranstaltungen wie diese auch in Zukunft notwendig bleiben, steht für Markus außer Frage. „Wir erleben in vielen Ländern, auch in Deutschland, wie sich die Stimmung verändert. Umso wichtiger ist es, sich immer wieder daran zu erinnern, wo wir herkommen – und wohin wir nie wieder wollen. Wir wollen nichts weichspülen“, sagt er abschließend. „Never Again – Rock gegen Rechts ist eine klare Ansage. Und die bleibt.“

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Von Sarah Meyer

Als waschechtes Küstenkind liebe ich alles, was der Norden zu bieten hat. Vor einigen Jahren zog es mich von der Wurster Nordseeküste in die Hansestadt – und jetzt schlägt mein Herz für die Weser.

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