
Begegnungszentrum St. Magnus: Buntes Programm in historischer Villa
Der Treff für ältere Menschen bietet viel Spaß und Gemeinschaftsgefühl in zauberhaften Räumlichkeiten
In einer prächtigen, historischen Villa auf dem Gelände der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde St. Magni treffen sich fast täglich zahlreiche Seniorinnen und Senioren, um an den Angeboten des Begegnungszentrums St. Magnus teilzunehmen. Ob Gymnastik, Smartphone-Kurs, Spielenachmittag oder gemeinsames Frühstück – die Kurse, Gruppen, Treffs und Feste in der Hackfeldschen Villa an der Straße Unter den Linden 24 sind gut besucht. Sogar einen Fahrdienst gibt es, der auf Wunsch genutzt werden kann. „Weitere Teilnehmer und Teilnehmerinnen sind herzlich willkommen. Unser Angebot steht für alle älteren Menschen offen“, betont die Leiterin des Begegnungszentrums, Antje Büsing. SPOT sprach mit ihr über die Ziele der seit mehr als 55 Jahren bestehenden Einrichtung, über die engagierten ehrenamtlichen Helfer, Urlaub ohne Koffer und mehr.

SPOT: Wer besucht das Begegnungszentrum St. Magnus?
Antje Büsing: Das Alter unserer Besucherinnen und Besucher ist in der Regel Ende 70 bis Mitte 90. Wir sind zwar bei der Bremischen evangelischen-lutherischen Kirche in der Gemeinde St . Magni angesiedelt, aber nicht religiös gebunden. Hier können alle Menschen herkommen, egal welcher Religion sie angehören. Da gibt es bei uns keine Schranken und keine Einschränkungen. Wir sind barrierefrei in jeder Beziehung. Uns ist es wichtig, dass alle herzlich willkommen sind und dass auch alle gesehen werden. Vor allem möchten wir Menschen aus ihrer Einsamkeit herausholen, was gerade im Alter ein großes Problem sein kann. Nicht wenige sind nach dem Tod des Partners oder der Partnerin alleinstehend, die Kinder sind vielleicht weit weg. Wir möchten unseren Gästen etwas Gutes tun und so viele wie möglich mit unserem Angebot erreichen. Allerdings haben wir in Bezug auf die politische Haltung und Toleranz sehr klare Vorstellungen. Wir stehen für Offenheit – genauso wie die christliche Kirche und die Stadt Bremen.
Welche Angebote können die Seniorinnen und Senioren bei Ihnen wahrnehmen?
Unser Angebot ist sehr abwechslungsreich, sodass hoffentlich keine Langeweile aufkommt. Wir haben zum Beispiel eine Aquarellgruppe, Bewegungsangebote mit Rückengymnastik, Yoga und Tanzen im Sitzen, Gedächtnistraining, Spanisch- und Englischkurse mit verschiedenen Anforderungsgraden, eine Digitalsprechstunde für Smartphone und Tablet, einen Spielenachmittag bei Kaffee und selbstgebackenen Keksen, wo ganz viel Rummikub und Rommé gespielt wird. Während bei den meisten Kursangebotem kleinere Gruppen eingerichtet werden, sind beim Spielenachmittag immer 20 bis 30 Personen dabei.
„Niemand soll frustriert sein mit dem Gefühl: Ich schaff‘ das nicht mehr. Für uns zählt nur das Gesamtergebnis in der Gemeinschaft.“

Das ist nur eine kleine Auswahl unserer Treffs und Kurse. Montagsnachmittags lautet das Angebot zum Beispiel geselliger Montagskreis. Dort schauen wir Filme oder es kommt Isolde Wagner mit ihrem Akkordeon, spielt Lieder und die Besucherinnen und Besucher singen mit. An anderen Montagnachmittagen haben wir Gesprächsangebote und Rätselrunden von „Stadt, Land, Fluss“ bis „Hangman“. Unser Anspruch ist dabei, dass alle Angebote konkurrenzfrei sind. Die Menschen sollen fröhlicher gehen, als sie gekommen sind. Niemand soll frustriert sein mit dem Gefühl: Ich schaff‘ das nicht mehr, ich komme beim Stadt-Land-Fluss ins Hintertreffen. Für uns zählt nur das Gesamtergebnis in der Gemeinschaft.
Was kosten die Kurse und Angebote?
Die geselligen Runden und Gesprächsangebote sind natürlich kostenfrei. Aber für die Kurse und besonderen Termine fallen moderate Beiträge an. Übrigens haben wir einen Fahrdienst mit einem ehrenamtlichen Fahrer, wofür ebenfalls ein kleiner Beitrag bezahlt werden muss. Aber so können Personen, die alleine nicht herkommen könnten, zu uns gelangen. Der Fahrer holt sie zu Hause ab und bringt sie auch wieder zurück. Unser Einzugsgebiet ist recht groß und umfasst auch niedersächsische Umlandgemeinden. Der Fahrdienst steuert unter anderem Burg-Grambke, Vegesack, Aumund und auch Schwanewede an.
Gibt es weitere Treffs und Feste über das regelmäßige Kursprogramm hinaus?

Wir organisieren alle zwei Monate an einem Sonnabend ein gemeinsames Frühstück oder ein Mittagessen mit Suppe und Baguette. Die Essensangebote werden sehr gut angenommen. Die Teilnehmenden verabreden sich dafür, es haben sich im Laufe der Zeit einige Tischgruppen gebildet. Viele bleiben hinterher noch, um Spiele zu spielen, gemeinsam Handarbeiten zu machen, zu lesen oder zu reden.
Außerdem nutzen Gastgruppen das Begegnungszentrum. Das DIKS organisiert zum Beispiel eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Auch die Polizei ist immer wieder mit Infoveranstaltungen zu Gast, wir laden mehrmals im Jahr zu Konzerten ein und stellen eine Tagesfahrt auf die Beine – je nach den vorhandenen Fördermöglichkeiten. Im vergangenen Jahr konnten wir dank der Weihnachtshilfe vom Weser-Kurier und Mitteln der Senatorischen Behörde ein Weihnachtsessen ausrichten, wovon die Gäste begeistert waren.
Ein Team aus engagierten, qualifizierten Ehrenamtlichen zwischen 70 und 80 Jahren betreut die Besucherinnen und Besucher der Begegnungszentrums St. Magnus.

Im Juli organisieren wir außerdem wieder unseren Urlaub ohne Koffer. Das ist ein Angebot für Menschen, die nicht mehr verreisen möchten oder können, die abends gerne im eigenen Bett schlafen und trotzdem einen Urlaub erleben möchten. In zwei kleinen Gruppen kommen wir dafür an fünf Tagen am Gemeindestandort in Löhnhorst zusammen. Auf Wunsch können die Teilnehmenden einen Fahrdienst nutzen, der sie morgens zu Hause abholt und abends zurückbringt. Tagsüber gestalten wir ein buntes Programm, zum Beispiel mit kreativen Beschäftigungen und Bewegung. Es sind oft Menschen mit Rollator oder Sehbehinderungen dabei. Wir sind mit sechs Betreuenden Personen vor Ort, sodass sich alle geborgen und sicher fühlen können.
Wer sind die Helferinnen und Helfer, die Kursleiterinnen und -leiter?
Wir sind ein Team aus rund 20 Ehrenamtlichen, die alle schon 70 bis 80 Jahre alt sind. Einige sind zum Beispiel jeden Montag oder Dienstag hier, kochen Kaffee, backen Kekse und organisieren Beschäftigungsangebote. Andere leiten die Kurse und sind alle qualifizierte Kräfte mit Übungsleiterschein oder aufgrund ihrer beruflichen Laufbahn qualifiziert. Die Trainerinnen und Trainer der Bewegungsangebote stammen etwa aus dem Gesundheitsbereich, die Sprachkurse werden von Muttersprachlerinnen und Muttersprachlern geführt.
Sie tragen natürlich eine große Verantwortung, weil unsere Besucherinnen und Besucher zum Teil recht alt sind und besondere Aufmerksamkeit brauchen. Aber sie machen es mit viel Freude an der Sache. Wir sind übrigens offen für weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter auch in jüngerem Alter.
Regelmäßige Angebote im Begegnungszentrum St. Magnus
- Montag: 10 – 13 Uhr Aquarellmalen, 15 – 16 Uhr Geselliger Montagskreis, 18 Uhr Plasmozytomtreff Bremen-Nord (jeden 1. Montag)
- Dienstag: 8.45 Uhr / 10 Uhr Gymnastik, 8.30 – 13 Uhr Fit an Smartphone und Tablet, 14.30 Uhr Spielenachmittag mit Rummikub, Rommé und Co, 15.15 Uhr / 16.30 Uhr Yoga im SItzen / Yoga
- Mittwoch: 10 Uhr / 11.30 Uhr Gedächtnistraining, Nach Voranmeldung Selbsthilfegruppe Demenz vom DIKS, 15 Uhr Spanisch, 19 Uhr Das Blaue Kreuz (alle 14 Tage)
- Donnerstag: 10 Uhr Tanzen im Sitzen, 15 – 17 Uhr Digitale Sprechstunde (1. und 3. Donnerstag), 15 Uhr Klönschnack (letzter Donnerstag), 15.30 Uhr Internationale und meditative Kreistänze
- Freitag: 8.30 Uhr Fit an Smartphone und Tablet, 8.30 / 9.45 / 11 Uhr Englisch
Kontakt
Begegnungsstätte St. Magnus, Unter den Linden 24, 28759 Bremen
Telefon: 0421 / 62 16 01
Sprechzeiten: Dienstag 11 – 12 Uhr, Donnerstag 10 – 12 Uhr
Weitere Informationen gibt es online auf der Internetseite des Begegnungszentrums St. Magnus sowie im Veranstaltungskalender.

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