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Immobilienkauf: Die zehn größten Fehler bei der Finanzierungsplanung

Wir geben Tipps, was Sie beachten müssen

Es war Liebe auf den ersten Blick: Sie haben Ihr Traumhaus gefunden und möchten es kaufen. So weit, so gut. Aber bevor Sie zur Tat schreiten, sollten Sie einen wichtigen Aspekt besonders sorgfältig durchdenken oder besser – durchrechnen.

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„Mit der detaillierten und vor allem passenden Finanzierungsplanung steht und fällt das ganze Projekt Immobilienkauf oder -bau,“ betont Jens Marschalek, Fachleiter Baufinanzierungen bei der Sparkasse Bremen. Er verrät die zehn häufigsten Fehler, die dabei gemacht werden, und hat jeweils auch gleich ein paar hilfreiche Tipps dazu.


  1. Das verfügbare Budget wurde zu knapp kalkuliert.

    „Eine solide Ausgangsbasis für die Berechnung des Budgets ist die bisherige Kaltmiete. Man sollte eine eigene Haushaltsrechnung aufstellen. Dabei ist zu beachten, dass auch jährliche Ausgaben auf Monatsbasis ‚heruntergebrochen‘ werden, um den tatsächlich verfügbaren Betrag für eine Finanzierungsrate zu ermitteln.“

  2. Die Finanzierung ist nicht auf die persönliche Situation ausgelegt.

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    „Bei der Finanzierung darf nicht nur die gegenwärtige Lebenssituation zugrunde gelegt werden. Wie sieht es beispielsweise mit der Familienplanung aus? Wären die monatlichen Raten ebenfalls mit einem geringeren Einkommen, zum Beispiel während der Elternzeit oder einer anschließenden Teilzeittätigkeit, dauerhaft tragbar? Aber auch in der Zukunft fällige Geldanlagen oder zu erwartende Erbschaften sollten berücksichtigt werden.“

  3. Das Eigenkapital ist zu gering.

    „Zum Thema Eigenkapital empfehlen die Verbraucherzentralen: Mindestens 20 Prozent vom Bau-/Kaufpreis plus Nebenkosten – also 5 Prozent Grunderwerbsteuer in Bremen und Niedersachsen –, pauschal 2 Prozent Notar- und Grundbuchkosten und eventuell die Maklercourtage sollten vorhanden sein. Fehlende Eigenmittel können dabei auch durch Sicherheiten ergänzt werden, wie zum Beispiel ein abbezahltes Einfamilienhaus der Eltern.“

  4. Die Anfangstilgung ist zu gering.

    „Das momentan niedrige Zinsniveau ermöglicht zwar hohe Finanzierungssummen zu überschaubaren Abträgen. Allerdings verlängern sich dadurch die Darlehenslaufzeiten teilweise bis weit in die Rentenphase der Hauskäuferinnen und Hauskäufer hinein. Wenn keine Zinsvereinbarung über die Gesamtlaufzeit eines Darlehens vereinbart wurde, besteht das Risiko steigender Zinsen und hoher Finanzierungsraten im Anschluss.“

  5. Staatliche Fördermittel werden beim Finanzierungsaufbau nicht eingebunden.

    „Immobilienkäuferinnen und -käufer sollten sich unbedingt über Wohn-Riester, zinsgünstige KfW-Darlehen und – wenn es sich um eine Familie handelt – über das Bau-kindergeld sowie den in Bremen erhältlichen Eigenheimzuschuss für Neubauten in bestimmten Stadtteilen informieren. Die Inanspruchnahme von staatlichen Fördermitteln kann die Zinskosten über die Laufzeit enorm schmälern.“

  6. Reserven werden nicht oder unzureichend berücksichtigt.

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    „Bei Bestandsobjekten muss der Renovierungsaufwand bedacht werden. Dazu gehört auch das Interieur wie zum Beispiel die Küche. Bei Neubauten entstehen wiederum oft Mehrkosten, zum Beispiel durch optionale Mehrausstattung oder auch Außenanlagen wie Gärten oder Pflasterungen.“

  7. Die Eigenleistungen werden überschätzt.

    „Gerade bei Neubauten ist es riskant, bestimmte Gewerke ohne eigene handwerkliche Erfahrung zu übernehmen oder komplett auf die tatkräftige Unterstützung von Familie und Freunden angewiesen zu sein.“

  8. Die Kostenkalkulation bei umfangreichen Modernisierungen ist unzureichend.

    „Häufig entstehen bei der Sanierung von Teilbereichen einer Immobilie Kettenreaktionen, sodass mehr gemacht werden muss als ursprünglich geplant.“

  9. Die Risikoabsicherung wurde nicht bedacht.

    „Die Finanzierung einer Immobilie ist oft die größte Investition im Leben – deshalb ist es im Sinne der Familie unheimlich wichtig, die eigene Arbeitskraft durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Risikoversicherung abzusichern.“

  10. Es werden keine Rücklagen für anstehende Modernisierungen in der Zukunft gemacht.

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    „Bei einer eigenen Immobilie fallen in regelmäßigen Abständen Reparaturen und Modernisierungsarbeiten an. Als Faustformel sollte man mit 10 Euro pro Quadratmeter pro Jahr rechnen.“

Auf den Seiten der Sparkasse gibt es weitere Informationen zum Thema Baufinanzierung. Dort finden Sie auch einen Baufinanzierungsrechner.

Autorenbild Hayat Issa

Von Hayat Issa

Ich bin eine waschechte Bremer Deern, auch wenn es mich mittlerweile mit Mann, Tochter und Hundedame von der Weser an die – zum Glück nicht weit entfernte – Hunte verschlagen hat.

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