Energiesparlampe
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Energiechecks decken überraschende Einsparmöglichkeiten auf

Umwelt und Geldbeutel gleichermaßen schonen

Spätestens bei hohen Verbrauchsabrechnungen für Strom, Gas und Wasser denkt man über Sparmaßnahmen nach. Kostenlose Energiechecks durch Fachleute helfen, überraschende Einsparpotentiale im eigenen Zuhause zu entdecken. Auch Unternehmen können einen solchen Service nutzen.

Wir sprachen mit Sarah Göttges vor der gemeinnützigen Bremer Klimaschutzagentur „energiekonsens“ darüber, wie man mit einfachen Mitteln viel für die Umwelt und ebenso für den Geldbeutel erreichen kann.

Bringt es überhaupt etwas, wenn man zu Hause ein bisschen bei Wasser und Heizung spart?

Sarah Göttges: Auf alle Fälle. Allein jeder Mieterhaushalt kann mit kleinen Maßnahmen durchschnittlich 10 Prozent Energie und CO2 einsparen. Das kann bis zu 130 Euro Ersparnis bei der jährlichen Verbrauchsabrechnung ergeben. Wenn man das auf alle Privathaushalte hochrechnet, bedeutet das viel Potenzial für den Klimaschutz. Denn diese verbrauchen fast 30 Prozent der in Deutschland benötigten Energie und rund 20 Prozent des benötigten Wassers.

Energiecheck
Sarah Göttges vor der gemeinnützigen Bremer Klimaschutzagentur "energiekonsens". Foto: Kristina Bumb

Was wird beim Energiecheck im Privathaushalt überprüft?

Viele Menschen glauben, dass man erst einmal investieren muss, um wirklich sparen zu können. Dabei können schon einfache, sehr preiswerte Maßnahmen viel bringen. Beim Energiecheck wird zum Beispiel das Heiz- und Lüftverhalten angesprochen. Die Beleuchtung ist ein weiterer Punkt. Wer LED-Birnen einsetzt, kann gegenüber einer herkömmlichen Glühbirne bis zu 90 Prozent Strom sparen. Außerdem geht es um versteckte Stromfresser. Was viele Menschen nicht wissen: Auch wenn Geräte wie Fernseher und Kaffeemaschine ausgeschaltet sind, ziehen diese Strom. Wer also abschaltbare Steckdosenleisten verwendet, der kann wiederum sparen. Der meiste Strom wird in Privathaushalten übrigens in der Regel für Kühl- und Gefrierschränke verbraucht. Wer hier einen Neukauf plant, sollte Geräte mit der höchsten Energieeffizienzklasse wählen. Energiechecks für Bremer Miethaushalte bieten zum Beispiel die Verbraucherzentrale sowie die WaBeQ und die BEKS Energieeffizienz GmbH an.

Was geschieht bei einer Energievisite in Unternehmen?

Unsere Ingenieure besuchen die Unternehmen vor Ort, erarbeiten einen Maßnahmenkatalog und beraten zu staatlichen Förderungen. Dabei muss nicht immer eine teure Investition getätigt werden. Oft helfen schon die richtigen Informationen, um viel zu erreichen. Ein gutes Beispiel sind Serverräume, die mit einer Klimaanlage ausgestattet sind, um eine Überhitzung der Geräte zu vermeiden. Als Richtwert gilt dabei eine Temperatur von 19 Grad Celsius. Aber Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Raumtemperatur von bis 26 Grad

Heizkörper
Foto: Pixabay

unproblematisch ist. Jedes Grad ergibt eine Energieeinsparung von bis zu 6 Prozent. Das ist also bares Geld für den Betrieb.

Viele Handwerks- und Industrieunternehmen nutzen außerdem Maschinen, die mit Druckluft arbeiten. Druckluft ist allerdings der teuerste Energieträger überhaupt, weil die Erzeugung aufwändig ist und bei Leckagen oder falscher Nutzung die Energie buchstäblich in die Luft gepustet wird. Durch die richtige Einstellung der Kompressoren und die Feststellung von Leckagen sowie deren Beseitigung kann viel Geld und CO2 gespart werden. Wenn man bedenkt, dass man also mit einfachen Umrüstungsmaßnahmen den betrieblichen Gewinn steigert und zugleich das Klima schützt, ist das doch eine tolle Motivation.

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Autorenbild Kristina Bumb

Von Kristina Bumb

Als Reporterin komme ich viel rum in Bremen und umzu. Die Geschichten von Land und Leuten, die mir dabei begegnen, finde ich immer wieder spannend.

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