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Bremer Börsenschnack Podcast mit Dr. Sascha Otto und Patrick Paech

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„Wir möchten Wertpapiere für Anfängerinnen und Anfänger erklären“

Podcasts sind derzeit ein Hype-Thema im Medienbereich. Seit August bereichert mit dem „Bremer Börsenschnack“ ein interessantes Format Spotify, Apple Music und Co. Wir unterhielten uns mit den beiden Machern, Dr. Sascha Otto und Patrick Paech von der Sparkasse Bremen, über wilde Bürogespräche, die abstrakte Börsenwelt und mangelnde Finanzbildung in der Bevölkerung.


Bremer Börsenschnack
Dr. Sascha Otto und Patrick Paech sind die Macher des Bremer Börsenschnack Podcasts der Sparkasse Bremen. Sparkasse Bremen

Wie kam es zu der Idee, einen Podcast über das Börsengeschehen zu machen?

Patrick Paech: Viele Kundeninnen und Kunden sind aufgrund der derzeitigen Krise beunruhigt um ihre Wertpapiere. Schnell kam da bei uns die Idee auf, diesen Bedarf nach Information und Wissen mit einem Podcast zu begegnen. Nach einigen ersten unprofessionellen Versuchen haben wir im August dann nochmal neu gestartet – mit richtigen Mikrofonen und eigenen Jingles.

Wo nehmen Sie die angenehm kurzen Episoden (etwa 15 Minuten) des Podcasts auf?

Dr. Sascha Otto: Aktuell von unseren derzeitigen Arbeitsplätzen im Büro (Patrick) und ich im Homeoffice. Momentan sitzen wir aufgrund der aktuellen Lage nicht zusammen in einem Raum.

Wie muss man sich Ihre sonstigen alltäglichen Bürogespräche vorstellen?

Paech: Die gehen teilweise ganz schön wild zur Sache. Im Podcast versuchen wir es aber natürlich auf eine Ebene zu bringen, die jede Zuhörerin und jeder Zuhörer verstehen kann. Wir möchten Wertpapiere für Anfängerinnen und Anfänger erklären.

Otto: Wir wollen Themen aus der Finanzwelt finden, die die Menschen auch realistisch treffen und aber auch gleichzeitig hochrelevant sind. Wie wirken sich diese dann auf das echte Leben aus? Die Börse ist für viele ja immer etwas abstrakt. Wir wollen Themen einfacher und greifbarer darstellen.


„Ich führe es auf die mangelnde Finanzbildung zurück“


Wie erklären Sie sich die Hemmschwelle bei vielen Menschen, Geld an der Börse zu investieren?

Otto: Das ist in meinen Augen ein sehr deutsches Phänomen. Meine Oma hat mir schon erzählt: „Mit Geld spielt man nicht.“ Oft schwingt ein gewisser Glücksspielcharakter mit. Die Börsen schwanken natürlich, und man kann Geld verlieren. Aktien sind ein Sachwert wie jeder andere auch. Mit den Vor- und Nachteilen. Ich führe es auf die mangelnde Finanzbildung zurück, und wir möchten dieses Wissen einfach in die Bevölkerung tragen. Viele haben auch einfach zu hohe Erwartungen. Es muss immer der Kracher sein. Wertpapiere sind aber eine langfristige Anlage, mit der man eine realistische Rendite von durchaus knapp acht Prozent erwirtschaften kann.

Ab welchen Beträgen lohnt sich ein Einstieg in die Börsenwelt?

Paech: Man kann eigentlich mit jedem beliebigen Beitrag starten. Das kann auch ein Sparplan mit 50 Euro im Monat sein. Durch den dann ausgewählten Fond gibt es eine breite Risikostreuung durch die vielen verschiedenen Wertpapiere und man ist damit flexibel wie bei kaum einem anderen Investment.

Wie unterstützt die Sparkasse Bremen interessierte Kundinnen und Kunden beim Börsengang?

Paech: Erst einmal muss ich mir klar sein, dass ich einen Teil meines Geldes in Aktien investieren möchte. Dann bieten unsere Beraterinnen und Berater umfangreiche Informationen und Betreuung an. Dabei gilt es erstmal herauszufinden: Was passt zur Kundin beziehungsweise zum Kunden und welche Risikobereitschaft hat sie oder er? Wir raten dazu, möglichst breit zu investieren. Man muss sich natürlich auch mit seinem Investment wohlfühlen. Dafür wird dann eine jährliche Verwaltungsgebühr von 1 bis 1,5 Prozent der Investitionssumme fällig.

Für wen sind Aktien etwas?

Otto: Für jeden. Ich sehe vor allen Dingen bei jüngeren Menschen eine absolute Notwendigkeit, sich Gedanken über die Zukunft und die eigene Rente zu machen – und wie ich diese mit einem langfristigen Investment eventuell aufbessern kann.

Haben Sie einen aktuellen Geheimtipp?

Otto: Das Thema Technologie ist und bleibt ein sehr wichtiges. Die Produkte, die wir jeden Tag benutzen, werden auch in Zukunft interessant für ein Investment sein.


„Ich war in der Schule ein absoluter Mathe-Nerd“


Wie kam es zu Ihrer Leidenschaft für die Finanzwelt?

Paech: Ich fand bereits in der Ausbildung das Thema Aktien total spannend und konnte mich dafür begeistern. Ich hatte schnell den Traum, beruflich im Wertpapierbereich zu arbeiten.

Otto: Ich war in der Schule ein absoluter Mathe-Nerd. Als ich in der Ausbildung in der Wertpapierabteilung hospitieren durfte, war ich sofort begeistert und überzeugt davon, dass ich das gerne den Rest meines Lebens machen möchte. Man muss sich jeden Tag auf den Markt neu fokussieren.

Bleibt man dabei mal nachts wach?
Otto: Absolut. Das darf man aber nicht glorifizieren. Es gab sicher die eine oder andere schlaflose Nacht. Die Börse ist auch eine kleine Sucht. Ich schaue morgens als Erstes, was in Asien passiert ist.

Welche drei Dinge sollten von diesem Interview hängenbleiben?

Otto: Aktien sind Weltklasse, denn langfristig zahlt sich ein Investment aus. Unser Podcast ist eine super Möglichkeit, in das Thema einzusteigen.

Paech: Und ganz wichtig ist eine vernünftige Risikostreuung des eigenen Investments.

Mehr Infos zum „Bremer Börsenschnack“ hier.

Podcast
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