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Die Bremer Volkshochschule präsentiert neues Programmheft

"Die Bremer Volkshochschule ist ein Ort der Begegnung – und das braucht unsere Gesellschaft"

Bildung, Austausch und neue Perspektiven: Die Volkshochschule Bremen stellt am 8. Januar ihr neues Programmheft vor. Ob Sprachen, Gesundheit, Kultur, Gesellschaft oder berufliche Weiterbildung – das aktuelle Angebot bietet zahlreiche Möglichkeiten, Interessen zu vertiefen, Neues auszuprobieren und sich persönlich weiterzuentwickeln. Ralf Perplies ist der Direktor der Bremer Volkshochschule und spricht im Interview über die Rolle der Institution für die Stadtgesellschaft, aktuelle Bildungstrends und die Bedeutung von Bildungszeit – mit Einblicken in Projekte, Herausforderungen und persönliche Beweggründe.

Interessierte können ab sofort neue Kurse, Workshops und Veranstaltungen für jedes Alter und jede Lebenslage entdecken. Die vhs Bremen zeigt dabei mit ihrem Angebot eindrücklich, wie vielseitig moderne Erwachsenenbildung sein kann: gesellschaftlich relevant, lebensnah, inklusiv und offen für neue Wege. Ob als Begegnungsort, Lernraum oder Impulsgeberin für städtische und berufliche Entwicklungen – sie ist  damit ein wichtiger Bestandteil der Bremer Bildungslandschaft.

Ralf Perplies, Sie leiten seit einigen Jahren die Bremer Volkshochschule. Welche Rolle spielt diese Institution heute für die Menschen und die Stadt?

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Die Bremer Volkshochschule im Bamberger Haus in der Faulenstraße hat auch einen einladenden Küchenbereich zu bieten. Bremer vhs

Wir sind für Bremen ein zentraler Ort – nicht nur für Bildung, sondern auch für Begegnung. Die Bremer Volkshochschule bringt Menschen unter einem Dach zusammen, die aus ganz unterschiedlichen sozialen, kulturellen oder finanziellen Hintergründen kommen. Gerade heute ist das wichtiger denn je. Wir verstehen uns als sozialen Ort, der vom Austausch lebt und unter einem klaren Wertegerüst arbeitet und für nachhaltige Entwicklung steht. Solche Orte sind selten geworden, und ich glaube, das merkt auch die Politik.

Wie viele Menschen nutzen das Angebot der Volkshochschule Bremen?

Wir haben im Jahr 2025 rund 500.000 Besuchende in allen Regionalstellen und der zentralen Bremer Volkshochschule (Bamberger in der Faulenstraße und der Zweigstelle am Bahnhof) registriert. Im letzten Jahr haben wir knapp 143.000 Unterrichtsstunden durchgeführt. Für uns unterrichten circa 900 Honorarkräfte. In Festanstellung sind wir mehr als 100 Beschäftigte in den Bereichen Verwaltung, Lehre, Hausdienste und weiteren Zweigen.

Welche Themen liegen derzeit besonders im Trend?

Perplies Direktor Volkshochschule
Ralf Perplies ist der Direktor der Bremer Volkshochschule. Bremer vhs

Da gibt es einiges: Sehr gefragt sind Kurse zu Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt, Selbstverteidigung für Kinder, Nachhaltigkeit – etwa in Bezug auf Lebensmittel oder Wasser –, aber auch Themen wie Rassismus, mentale Gesundheit oder Finanzen. Besonders auffällig ist das gestiegene Interesse an Kursen zur künstlichen Intelligenz. Und auch gesellschaftliche Entwicklungen – wie die Zunahme von Feminiziden – fließen in unsere Kursplanung ein. Unsere Fachbereichsleitungen stehen in engem und regelmäßigem Austausch mit unserem Dachverband und anderen Volkshochschulen im deutschsprachigen Raum. So bleiben wir immer nah an aktuellen Themen und den Menschen dran.

Wie wird bei der Vielzahl an Angeboten sichergestellt, dass die Qualität der Kurse in der vhs Bremen stimmt?

Das beginnt bereits bei der Auswahl der Dozentinnen und Dozenten. Die passende Qualifikation für das Thema ist ein Muss – häufig mit entsprechenden Referenzen. Außerdem gibt es nach jedem Kurs ein professionelles Feedbacksystem, das uns sehr direkt Rückmeldungen direkt von den beteiligten Kursteilnehmenden liefert. So sehen wir nicht nur, welche Inhalte funktionieren, sondern auch, wo wir nachjustieren können.

Gibt es Kursangebote oder Projekte, auf die Sie besonders stolz sind?

Unser aktuelles Programm trägt den Titel „Bildungsreichtum für alle“ – das fasst unseren Anspruch gut zusammen. Wir sind eine der größten Volkshochschulen in Deutschland und decken ein sehr breites Spektrum ab. Ein besonders erfolgreiches Projekt war zuletzt „Kunst auf Rezept“ – ein EU-gefördertes Pilotprojekt, bei dem Menschen mit psychischer Belastung Kunstkurse verschrieben bekommen. Eine Kunsttherapeutin begleitet das Ganze. Dieses Bremer Projekt hat Aufmerksamkeit bis nach Brüssel bekommen und war auch Thema in der Fachzeitschrift Psychologie heute. Es zeigt, wie innovativ und gesellschaftlich relevant die Arbeit in der Bremer Volkshochschule sein kann.


„Für mich ist die Arbeit an der Bremer vhs eine echte Herzensangelegenheit.“


In den vergangenen Jahren gab es viele gesellschaftliche Veränderungen – wie hat sich das auf Ihre Arbeit ausgewirkt?

Corona war ein Beschleuniger. Vorher war vieles bei uns sehr analog, auch das Programmheft. Seit der Pandemie ist Online-Lernen bei uns fest etabliert, gleichzeitig bleibt der Wunsch nach persönlichem Austausch groß. Wir sehen, dass die Wahrheit in der Mitte liegt. Hybridformate, Flexibilität und die Berücksichtigung verschiedener Lebenslagen sind für uns daher zentral.

Die Digitalisierung verändert den Bildungsbereich stark. Wie blickt die vhs Bremen auf diesen Wandel?

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Viele Räumlichkeiten in der Bremer Volkshochschule sind hell und freundlich gestaltet. Bremer vhs

Wir sehen die Chancen, aber auch die Herausforderungen. Es geht nicht darum, alles zu digitalisieren, sondern darum, sinnvolle Angebote zu schaffen – gerade auch für Menschen, die nicht selbstverständlich mit Technik umgehen. Gleichzeitig müssen wir auch neue Inhalte aufgreifen: KI, Datenschutz, Medienkompetenz. Die nächste Generation hat eine andere digitale Affinität – aber auch hier braucht es Räume zur Reflexion.

Auch das Thema Bildungszeit ist für viele Arbeitnehmenden sehr interessant. Wie beobachten Sie diesen Bereich?

Ja, das stimmt: Bildungszeiten sind bei uns extrem gefragt. Menschen schätzen es, für einige Tage aus dem Arbeitsalltag auszusteigen, sich mit relevanten Themen wie Demokratie, Gewaltprävention oder KI zu beschäftigen und mit anderen in Austausch zu treten. Wir sehen darin einen echten gesellschaftlichen Wert – auch für Unternehmen. Bildung fördert neue Perspektiven. Davon profitieren alle Seiten. Unser aktuelles Programm bietet dabei einen breiten Querschnitt durch viele Themen und es sollte für jeden etwas dabei sein. Einfach mal reinschauen! Das neue Programmheft der Bremer vhs  liegt in gedruckter Form auch in vielen Sparkassen-Filialen in der Hansestadt aus.

Was bedeutet Ihnen persönlich die Arbeit an der Volkshochschule Bremen?

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Das neue Programmheft der Bremer Volkshochschule bietet vielfältige Möglichkeiten für die Menschen in der Hansestadt. Tjark Worthmann/vhs Bremen

Ich begleite die Bremer Volkshochschule seit mehr als 20 Jahren in unterschiedlichen beruflichen Kontexten. Für mich ist die Arbeit an der Bremer vhs daher eine echte Herzensangelegenheit. Es geht darum, für Menschen in Bremen etwas zu bewegen – sei es durch Sprachkurse für Zugewanderte, Bildungsangebote im Bereich Demokratie oder neue berufliche Perspektiven. Bildung hat das Potenzial, Leben zu verändern. Das treibt mich an.

Wie sieht die Bremer vhs ihre Rolle in der beruflichen Integration?

Wir legen aktuell einen starken Fokus auf berufliche Qualifizierung. Gemeinsam mit der Handels- und Handwerkskammer, der Agentur für Arbeit und Unternehmen bauen wir Netzwerke, auch um Menschen aus Integrationskursen in Arbeit zu bringen. Sprachförderung und Berufsorientierung gehen dabei Hand in Hand. Wir sind überzeugt: Die Bremer Volkshochschule kann hier eine zentrale Schnittstelle sein.

Mehr Informationen zum Thema finden sich auf der Internetseite der Volkshochschule Bremen.

Das neue Programmheft der vhs Bremen liegt in gedruckter Form auch in vielen Sparkassen-Filialen in der Hansestadt aus.

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Autorenbild Tjark Worthmann

Von Tjark Worthmann

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