
Ein geschützter Ort für Sterneneltern
Wie der Verein Sterneneltern Achim auch in Bremen trauernde Familien begleitet
Wenn ein Kind während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder kurz danach stirbt, stellt das betroffene Familien vor eine Herausforderung der besonderen Art. In dieser Ausnahmesituation fehlen oft Worte, Anlaufstellen und gesellschaftlicher Raum für die Trauer. Der Verein Sterneneltern Achim setzt genau hier an: mit einem sensiblen, respektvollen Angebot für Eltern und Angehörige, die in einer solchen Situation sind oder waren. Begleitet wird diese Arbeit von einem engagierten Team aus Ehrenamtlichen – mit dem Ziel, alle mit diesem Schicksal aufzunehmen und ihnen einen angemessenen Raum zu geben. Der Achimer Verein hat zudem sein Unterstützungsangebot um Gruppen in Bremen erweitert, zu denen Betroffene kommen können.
Begleitung für den schwersten Weg
„Wir begleiten Familien sowie An- und Zugehörige, deren Kind gestorben ist. Unser Ziel ist es, Betroffene auf ihrem individuellen Weg nicht allein zu lassen“, sagt Stefanie Gebers, die erste Vorsitzende des Vereins. Die Angebote reichen von offenen Trauergruppen über themenspezifische Treffen bis hin zur sogenannten Akutbegleitung, die bereits nach einer pränatalen Diagnose beginnen kann. „Je nach Bedarf gibt es Raum für Gespräche, gemeinsames Erinnern oder stille Momente“, so Gebers. „Alles darf sein – nichts muss.“

Struktur – aber mit Raum für das, was gerade gebraucht wird
Die Treffen des Vereins folgen einem klaren, aber offenen Ablauf. „Meist beginnen wir mit einer Begrüßung und einer Vorstellungsrunde. Jede Person entscheidet selbst, wie viel sie teilen möchte“, erklärt Stefanie Gebers. Es gibt keine Verpflichtung, zu sprechen – auch das stille Dabeisein ist willkommen. Kleine Rituale, etwa das Anzünden einer Kerze oder ein Moment der Stille, geben Raum für das Gedenken an das verstorbene Kind.
Im Mittelpunkt steht immer das, was die Gruppe oder die einzelnen Personen in dem Moment brauchen. „Trauer zeigt sich bei jedem Menschen anders – in ihrer Intensität, ihrer Dauer und ihrem Ausdruck“, betont Gebers. „In unseren Gruppen gibt es kein ‚richtig‘ oder ‚falsch‘ – alle Formen der Trauer haben ihren Platz.“
Warum geschützte Räume so wichtig sind
In den vergangenen Jahren hat sich in der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Sternenkindern einiges verändert. Doch viele Eltern erleben weiterhin, dass ihr Umfeld mit der Tiefe und Dauer ihrer Trauer überfordert ist. Stefanie Gebers sieht hierin einen wichtigen Grund für das Bestehen des Vereins: „Ein geschützter Raum ermöglicht es, offen über Gefühle, Gedanken und Erfahrungen zu sprechen – ohne erklären oder Rücksicht nehmen zu müssen.“
„Die Gemeinschaft mit anderen Betroffenen, die Ähnliches erlebt haben, schafft eine besondere Art von Entlastung. Der Austausch auf Augenhöhe kann das Gefühl stärken, mit dem Verlust nicht allein zu sein“, weiß die Vorsitzende.
Trauer kennt keinen Zeitplan
Der Verein Sterneneltern Achim möchte Eltern Mut machen, sich Hilfe zu holen – egal, wie lange der Verlust zurückliegt. „Trauer darf genauso individuell sein wie alle Mensch selbst“, sagt Gebers. Der erste Schritt kann über die Website, per E-Mail oder telefonisch unter der Nummer 04202/765 05 42 erfolgen. Auch kurzfristige Begleitungen sind möglich. „Da wir ehrenamtlich arbeiten, ist unser Telefon nicht durchgehend besetzt – aber wir rufen zuverlässig zurück.“
Ein Verein, getragen von Ehrenamt und Engagement
Die Arbeit des Vereins Sterneneltern Achim wird ausschließlich ehrenamtlich getragen – und ist auf Unterstützung angewiesen. „Jede Form der Hilfe – sei es finanziell, ideell oder durch Weiterempfehlen unserer Arbeit – trägt dazu bei, betroffenen Familien weiterhin einen geschützten Ort anbieten zu können.“ Auch neue Ehrenamtliche seien im Team jederzeit willkommen. Wer sich mit Herz und Engagement einbringen möchte, könne sich beim Verein melden.
„Jedes dieser Kinder hat Spuren hinterlassen – und jede Trauer verdient Raum“, sagt Stefanie Gebers. Dieser Raum wird in Achim geschaffen. Tag für Tag, Begegnung für Begegnung.

Folgende Unterstützungsangebote gibt es beim Verein Sterneneltern Achim aktuell:
- Offene Selbsthilfegruppen in Achim, Husum (b. Nienburg) und Oldenburg:
Offen gestaltet, kein fester Teilnehmendenkreis, um Anmeldung wird gebeten - Feste Gruppen in Bremen und Oldenburg:
Start im Januar 2026, 10 Termine mit festen Teilnehmenden und inhaltlichem Konzept, Anmeldung über Kontaktformular - Kindergruppe an vier Terminen in Achim:
Für Geschwisterkinder oder anderweitig zugehörige Kinder - Rückbildung für Sternenmamas:
Rückbildungs-Yogakurs nach der Geburt eines Sternenkindes - Folgeschwangerschaft
Für die Schwangerschaft nach einen Sternenkind, jeden ersten Mittwoch im Monat online - Unerfüllter Kinderwunsch:
Nach einem oder mehreren Sternenkindern - An- und Zugehörige:
Für alle, die sonst vielleicht vergessen werden, Angebot nach Bedarf - Nach Schwangerschaftsabbruch:
Gruppen in Achim und Oldenburg
Dieser Beitrag ist Teil unseres Themenspecials „Vereine in Bremen“. Sind Sie interessiert an mehr Artikeln dieser Art? Schauen Sie sich unsere Sammlung von Beiträgen rund ums Thema an.

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