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Tabakquartier von oben
Justus Grosse

Stadtteilentwicklung: Im Tabakquartier geht es voran

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Wohnen, Arbeiten und Kultur auf dem ehemaligen Brinkmanngelände in Pusdorf

In Woltmershausen stand einst die größte Tabakfabrik in ganz Europa. Inzwischen entsteht auf dem ehemaligen Brinkmann-Gelände unter der Quartiersentwicklung von Justus Grosse ein ganz neues Quartier auf rund 200.000 Quadratmetern Fläche in Innenstadt- und Wesernähe (Lageplan). Die alten Speicher und Hallen sollen bis 2024 komplett erneuert sein und dann mit ergänzten Neubauten Raum für Wohnen, Arbeit und Freizeit bieten. Seit Beginn der Bauarbeiten hat sich schon einiges getan. Inzwischen zeigt das Tabakquartier bereits sein zukünftiges Gesicht.

„Woltmershausen war bislang ein etwas vergessener Stadtteil, der durch dieses Projekt die Chance hat, positiv in der Stadt wahrgenommen zu werden“, erklärt Joachim Linnemann, geschäftsführender Gesellschafter von Justus Grosse. „Das Tabakquartier ermöglicht eine zukunftsgerichtete, moderne Quartiersentwicklung in Kombination mit einem hohen Freizeitwert, optimaler Infrastruktur und kurzen Wegen.“ Aktuell erlebe das Tabakquartier die dynamischste Quartiersentwicklung in Bremen. „Wir glauben, dass wir hier in den nächsten Jahren ein lebendiges, modernes und grünes Quartier entwickeln werden, welches ein positives Zeichen für die Weiterentwicklung dieses Stadtteils und der Stadt setzen wird.“

Diese Bereiche entstehen unter anderem im Tabakquartier:

  • Wohnraum in verschiedenen Formen (etwa 1500 bis 2000 sowohl öffentlich geförderte als auch Eigentums- und Mietwohnungen)
  • Lofts und Büros zum Arbeiten zum Kauf und zur Miete
  • gastronomische Angebote, zum Beispiel das Restaurant „JUSTUS“ und die Foodbox Pusdorf
  • eine Eventlocation für Veranstaltungen unterschiedlicher Art: das Heizwerk
  • das Boulevardtheater Bremen
  • die Bremer Philharmoniker
  • ein Zentrum für Kunst
  • eine Kita
  • ein Hotel: „unique by ATLANTIC Hotels“
  • Mobilitätszentren zum Parken, für Carsharing, Bikesharing, Lastenradverleih und mehr
  • Grünflächen
  • eine Boulderhalle und ein Fitnessstudio

Historische Atmosphäre plus moderne Annehmlichkeiten

Arbeiten im Tabakquartier
Arbeiten im Tabakquartier: eine Mischung aus historische Bausubstanz und moderner Infrastruktur. Justus Grosse

Die alten Fabrik-, Speicher und Lagergebäude sind teilweise denkmalgeschützt. Die Geschichte des Ortes scheint somit immer wieder durch. So finden sich im Gewerbekomplex „DIE FABRIK“ etwa Räume, die nach historischen Zigarettenmarken wie „Peer Export“ benannt sind.

In den bereits fertig gestellten Gebäuden hängen zudem zahlreiche Schwarz-Weiß-Fotos an den Wänden, die beispielsweise Tabak-Tastings zeigen. Gegenstände wie alte Maschinenteile und Turbinen sind ebenfalls zu sehen. Teils wurde sogar der Originalboden erhalten, der mit neuen Belägen kombiniert ist.

„Zusammen mit modernster Infrastruktur ist in den ehemaligen Industriegebäuden der perfekte Ort fürs Networking entstanden“, erzählt Marco Backermann, Leiter der Bestandsvermietung bei Justus Grosse. „Von Start-ups bis hin zu etablierten Unternehmen verschiedenster Branchen haben sich bereits diverse Unternehmen für das Quartier entschieden. Das Tabakquartier ist ein Ort der Synergien.“

Tabakquartier – Mobilitätshaus
270 Pkw- und 200 Fahrradstellplätze befinden sich im „MOBI 1“, dem ersten von drei Mobilitätshäusern. Es steht in der Nähe der Gastronomie- und Kulturangebote wie dem Boulevardtheater Bremen. Justus Grosse

Mobilität als Schwerpunkt

Zahlreiche Parkplätze, viele Radwege sowie eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr bestimmen das Mobilitätskonzept des Tabakquartiers, welches nahezu autofrei konzipiert ist. Dazu tragen vor allem drei Mobilitätshäuser und die vielen neu geschaffenen Tiefgaragen unter den Gebäuden bei.

In den Mobilitätshäusern lassen sich beispielsweise Auto oder Fahrrad parken oder elektrisch laden. Zudem gibt es dort Angebote für Bikesharing und Carsharing sowie eine Werkstatt für WK-Bikes.

Nachhaltiges Konzept

„Wir wollen bei der Entwicklung der ehemaligen Tabakfabrik hin zu einem lebenswerten Wohnviertel und dynamischen Gewerbestandort moderne Energieversorgungssysteme ökologisch sinnvoll nutzen“, erläutert Burkhard Bojazian, geschäftsführender Gesellschafter von Justus Grosse. Dabei setzt das Quartier beispielsweise auf zwei Photovoltaikanlagen, die 150.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren.

Tabakquartier – Highline-Garten
Der Highline-Garten ist das grüne Herz des Tabakquartiers. Er bietet einen Blick auf das Wahrzeichen: den abends blau beleuchteten Schornstein des Heizwerks mit einer Höhe von 59 Metern. Justus Grosse

Zum nachhaltigen Gesamtkonzept gehören ebenfalls zwei Blockheizkraftwerke, bepflanzte Dächer, grüne Ruhezonen, Parkanlagen und ein Gewächshaus auf einem der drei Mobilitätshäuser. Mit dem dort gepflanzten Obst und Gemüse soll zukünftig die Gastronomie im Quartier versorgt werden. Eine Besonderheit wurde bereits 2019 eröffnet: ein Highline-Garten nach New Yorker Vorbild, der in fünf Metern Höhe auf einer Plattform gedeiht.

„Unser Ziel ist, durch urbanes Flächenrecycling graue Energie zu reduzieren, bestehende Bausubstanz zu wahren und neue Nutzungsmöglichkeiten zu entwickeln“, so Bojazian. „Bedeutend für die erfolgreiche Entwicklung des Tabakquartiers ist insbesondere die sehr frühzeitige und enge Abstimmung mit den verschiedenen Verwaltungsressorts für Umwelt, Bau, Verkehr, Kultur und Wirtschaft der Stadt Bremen sowie intensive Einbindung der Stadtteilpolitik. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit wurde das Tabakquartier in den städtischen Masterplan-Prozess für das gesamte Quartier eingebettet – auch mit umfangreicher Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger.“

Kultur, Gastronomie, Kunst und Kreativität

Tabakquartier – Boulevardtheater Bremen
Das Tabakquartier bietet Raum für Kreativität und Genusserlebnisse. Justus Grosse

Der kreative Geist hält ebenfalls Einzug in das Tabakquartier. Es finden beispielsweise eine Schauspielstätte, Atelierräume für Kunstschaffende sowie ein Konzertsaal für die Bremer Philharmoniker ein Zuhause. Der Spielbetrieb des neuen Theater- und Komödienhauses „Boulevardtheater Bremen“, ein Ableger des Weyher Theaters, ist bereits gestartet.

Dazu kommt das neue Zentrum für Kunst. Es soll auf rund 5000 Quadratmetern Akteurinnen und Akteuren aus Tanz, Schauspiel, Musik und mehr eine Basis für ihr Schaffen geben. „Kultur und Kunst bringen Lebendigkeit mit sich – und genau die wollen wir im Tabakquartier fördern“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Linnemann.

Ergänzt wird das kulturelle Angebot durch die Vielfalt an Restaurants, Bistros und Cafés, die Eventlocation Heizwerk sowie das neue Lifestyle-Hotel von „unique by ATLANTIC Hotels“. Auch für sportliche Abwechslung ist gesorgt: dank Fitnessstudio in der „FABRIK“, einer Boulderhalle und einer zukünftigen Laufstrecke durch das Quartier.

Weitere Informationen zum Tabakquartier inklusive 360°-Tour und Lageplan gibt es auf der Website des Projekts.

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Autorenbild Alena Mumme

Von Alena Mumme

Ich bin Tagenbaren – meine Eltern und Großeltern sind also wie ich in Bremen geboren und aufgewachsen. Nur spannende Reisen locken mich aus meiner gemütlichen Heimatstadt.

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