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Bremer Straßencafé
Tjark Worthmann

Im Auftrag des guten Geschmacks

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Bremer Straßencafé sorgt für Kaffeegenuss

Wer in der Hansestadt auf der Suche nach einem besonderen Kaffeegenuss ist, sollte dem Bremer Straßencafé von Thorsten Imbusch einmal einen Besuch abstatten. Der Barista und leidenschaftliche Kaffeekenner ist seit fünf Jahren erfolgreich mit seiner grünen Vespa Ape unterwegs im Auftrag des guten Geschmacks.

Thorsten Imbusch vor seinem Bremer Straßencafé.
Thorsten Imbusch vor seinem Bremer Straßencafé. Tjark Worthmann

„Ich hatte schon immer eine Kaffeeaffinität“, beginnt der ehemalige Eventmanager des Parkhotels seine Geschichte. Als ein Wechsel in der Geschäftsführung des bekannten Bremer Hotels anstand, machte auch Imbusch sich in diesem Zuge Gedanken um seine berufliche Zukunft. Er absolvierte eine Schulung zum Barista, auf Deutsch: Kaffeekünstler. „Das, was man im Supermarkt finden kann, stellt in meinen Augen nicht das ganze Potenzial von Kaffee dar. Das wollte ich ändern“, berichtet er.

Imbuschs Augenmerk fiel bei seiner Geschäftsidee schnell auf den sogenannten Specialty Coffee, den Spezialitätenkaffee. „Durch Zufall entdeckte ich auf Mobile.de einen kleinen Nutztransporter und war gleich begeistert“, erzählt er. Die Vespa Ape war zu einem Fleischerwagen mit Kühltheke ausgebaut und Imbusch schlug schnell zu. Nach vielen Stunden des Umbaus in Eigenregie eröffnete er dann im September 2014 erstmals das Bremer Straßencafé mit einem Stehtisch, zwei Sitzplätzen – und leckerem Spezialitätenkaffee.

Alle 30 bis 40 Kilogramm eine neue Sorte Kaffee

Fünf Jahre später ist er mit seinem grünen Pavillon und den freundlich gestalteten Bänken vom Markttreiben auf dem Delmemarkt in der Pappelstraße und an der Uni Bremen nicht mehr wegzudenken. Während des Gesprächs erscheinen ständig Stammkundinnen und -kunden. Sie bestellen Kaffee in den unterschiedlichsten Varianten: Americano, Milchkaffee, Espresso, Cappucino. „Im Sommer biete ich auch ganz besonderen Eiskaffee für meine Gäste an“, berichtet Imbusch. Derzeit ist eine Bohne der ältesten Kölner Kaffeerösterei Shamong in der Mühle. „Ich wechsele nach circa 30 bis 40 Kilogramm immer konsequent die Sorte“, sagt er. „Ich möchte da einfach immer Varianz drin haben. Das kommt bei meinen Gästen sehr gut an.“

Seine Dienste sind neben den Marktbesuchen auch auf privaten Feiern, Festivals und als Kaffeetrainer gefragt. Einsätze in der Kunsthalle Bremen im Canova und dem Spitzenrestaurant 100/200 in Hamburg sowie Lehrgänge in Bereich der Milchkunst – das kunstvolle Eingießen der Milch in den Kaffee – zeugen von Imbuschs Expertise.

Bremer Straßencafé
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Thorsten Imbusch vor seinem Bremer Straßencafé.
Thorsten Imbusch vor seinem Bremer Straßencafé.
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Ab Windstärke 7 wird es schwierig

Zu Stoßzeiten kann Imbusch sechs Espresso gleichzeitig an der knapp 15.000 Euro teuren La Marzocco-Machine aus Italien beziehen. Gegen die aktuell kalte Witterung hat der Bremer übrigens einen guten Tipp parat: „Zwiebellook“. Mehrere Schichten schützen ihn so optimal vor der Kälte. „Zum Glück ist das Bremer Wetter nie so schlecht wie angekündigt“, gibt er preis. Doch auch bei Schnee und Regen öffnet sein Bremer Straßencafé die Klappe. „Nur ab Windstärke 7 bis 8 kann ich nichts mehr machen. Da weht mir der Pavillon weg, und das Kaffepulver verteilt sich nach dem Mahlen in der Gegend“, berichtet Imbusch.

Er selbst trinkt pro Tag etwa zehn Espresso und hat immer Tipps für seine Gäste parat. „Die Kaffeebohne sollte von Hand gepflückt sein. Dabei werden schlechte Bohnen am besten erkannt. Und der geröstete Kaffee sollte erst kurz vor dem Brühen gemahlen werden. Denn in den ersten fünf Minuten nach dem Mahlen verliert er bereits circa 50 Prozent des Aromas“, erklärt der Experte.

Seine jetzige Frau hat der Kaffeeliebhaber genau an diesem Ort in der Pappelstraße kennengelernt. „Sie kam zu mir an den Stand und wir haben uns gleich gut verstanden“, erzählt Imbusch verschmitzt. Inzwischen sind die beiden verheiratet, wohnen im Bremer Blockland und haben eine zweijährige Tochter, die er heute pünktlich um 14 Uhr von der Kita abholen muss. „Ich freue mich, dass ich meinen Fokus derzeit auf meine Familie richten kann. Ich hoffe jedoch, in Zukunft eventuell eine zweites Straßencafé eröffnen zu können oder ein eigenes Ladengeschäft nach italienischem Vorbild.“ Einschlafprobleme hat der Selbstständige übrigens trotz des erhöhten Konsums keine: „Auf mich hat Koffein keine Wirkung – ich schlafe gut ein“, grinst er, klopft den Kaffeesatz aus dem Siebträger und bezieht einen neuen Espresso.

Hier ist Thorsten Imbusch mit seinem Straßencafé immer ab morgens für seine Gäste da: dienstags und donnerstags an der Uni Bremen (Horn-Lehe), mittwochs und samstags auf dem Delmemarkt an der Pappelstraße in der Neustadt. Online hier finden Interessierte mehr zum Bremer Straßencafé.

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Autorenbild Tjark Worthmann

Von Tjark Worthmann

Ich fahre am liebsten mit der Vespa oder der Schwalbe durch unsere schöne Hansestadt und entdecke dabei immer wieder geheime Wege und versteckte Orte.

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