Bremen Ausstellungen
Wolfgang Wagner-Kutschker – Senza titolo ma molto sentimento
Retrospektive des Bildhauers (bis 14. Februar)
- 10:00 Uhr
- Gerhard-Marcks-Haus
Auf den ersten Blick mögen die kantigen, tiefschwarz glänzenden Plattenskulpturen von Wolfgang Wagner-Kutschker (geb. 1949) distanziert wirken und so gar nicht dem Titel der Ausstellung „mit viel Gefühl“ entsprechen. Aber schon bald entfalten sie ihren eigenen Charakter und verlieren den Schein der Unnahbarkeit. Mit Sinn für Humor baut der Bremer Künstler seine abstrakten Boden- und Wandskulpturen. Er legt die quadratischen Gebilde übereinander oder lässt sie einander nur an einem oder wenigen Punkten berühren. Die Platten fügen oder falten sich zusammen, bewegen sich voneinander weg und definieren auf diese Weise eine ganz eigene dingliche Präsenz sowie fragile Balance – ein Zusammenspiel von Oberflächen, Innen und Außen, Schwerkraft und Reflektion des Lichts.
Sobald Betrachter:innen die Stapelungen und Konstruktionen Wagner-Kutschkers sehen und analysieren, entfaltet sich ihr typischer Reichtum. Ihre Formensprache basiert auf geometrischen Grundformen, die, zusammengefügt in einzelnen Skulpturen, eine ganze Skala von Assoziationen jenseits der Abstraktion hervorrufen. Der Künstler führt hierfür jedoch keine mathematischen Berechnungen durch, sondern erprobt das Gleichgewicht der fragilen Skulpturen ähnlich wie ein versierter Kunstturner, der er früher selbst war.
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