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März
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22. März

Mitte Konzerte

Gioacchino Rossini – Petite Messe Solennelle für Soli, Chor, Klavier und Harmonium (Originalfassung)

mit der Bremer Kantorei St. Stephani und Solisten, Dirigent; Tim Günther


Gioacchino Rossini – Petite Messe Solennelle für Soli, Chor, Klavier und Harmonium (Originalfassung)
Foto: Schmidbauer

„Das ist keine Kirchenmusik für euch Deutsche, meine heiligste Musik ist doch nur immer semi seria.“ In dieser Anspielung auf die opernhafte Vertonung der Petite Messe Solennelle kommt Rossinis Spott zum Ausdruck, mit dem er die allzu Frommen, die Verbiesterten und Neunmalklugen bedenkt. Dass diese nur „Deutsche“ sein können, scheint sich von selbst zu verstehen, ebenso wie es allen anderen von jeher selbstverständlich war, dass ernsthaft gelebter Glaube und leichte, unter-haltsame Musik keinerlei Widerspruch sind.
Selbstverständlich hat Rossini ein handwerklich großes, künstlerisch gültiges und vollständiges Werk abgeliefert. Die Messe hat die Ausmaße und die Anlage einer Missa Solemnis. Er jedoch nennt sie „Petite“ – „Kleine“. Die Messe, sein zweites kirchenmusikalisches Werk neben dem Stabat Mater, entstand im Jahre 1863 in Passy, einem Vorort von Paris, in dem Rossini lebte, nachdem er 1855 von einem fast zwanzigjährigen Italien-aufenthalt nach Paris zurückgekehrt war.
Als letzte seiner „Sünden des Alters“ (Péchés de vieillesse), wie er sie selbst nannte, schrieb der 70-Jährige die Petite Messe solennelle. Sie war Gelegenheits- und Auftragswerk, komponiert für die Einweihung der Privatkapelle seines Freundes, des Adeligen Graf Michel-Frédéric Pillet-Will. Dessen Frau, der Comtesse Louise Pillet-Will, wurde die Petite Messe solennelle gewidmet. Die private Uraufführung fand am 14. März 1864 vor geladenen Gästen statt. Die Begleitung mit Klavier und Harmonium war zu der Zeit durchaus nicht ungewöhnlich und stand in der französischen Meßtradition. Rossini selbst richtete das Stück von vornherein in zwei Varianten ein: Einmal für Harmonium und ein Klavier, bereits in der ersten Partitur jedoch auch für Harmonium und zwei Klaviere, wie sich gleich beim Umblättern auf das zweite Titelblatt zeigt.

Kulturkirche St. Stephani

Stephanikirchhof 8 • 28195 Bremen
T: 04 21 / 3 03 22 94
www.kulturkirche-bremen.de


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